Adelheid Christ
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Zweibrücker Str. 34
76829 Landau/Pfalz
Tel: 06341-968 44 99

Mitglied bei:

Psychotherapie für Eltern

Kann ein unverarbeitetes Kindheits-Trauma weitergegeben werden?

Kurze Antwort: JA.

Wenn in einer Familie ein Muster vorherrscht im Erziehungsstil (z.B. Liebesentzug als Strafe), der Umgang mit Konflikten (z.B. Konflikte nicht ansprechen, Herumschreien, sich entziehen, wenn es schwierig wird), wenn Themen Tabu sind, emotionale und/oder körperliche Gewalt herrscht (Wutausbrüche der Eltern, harte Strafen, dauerndes Kritisieren), die Rollen vertauscht sind (Stichwort „Beelterung“), Eltern keine emotionale Wärme zeigen können, ihr Kind nicht trösten können… davon wird ein Kind geprägt und erleidet tiefe seelische Verletzungen.

Ist so einem Menschen dies nicht bewusst, hat er sich nicht mit diesen schmerzhaften Erfahrungen auseinandergesetzt und sie verarbeitet, lebt er genau diese Muster und verhält sich seinen Kindern gegenüber genau so. Die Traumatisierung wird weitergegeben.

Niemand tut dies bewusst. Niemand will seinem eigenen Kind bewusst schaden. Es ist die eigene Hilflosigkeit, das eigene Unvermögen, das automatisierte und erlernte Verhalten, das dann das Steuer übernimmt.

Woran erkenne ich, dass ich ein Kindheitstrauma bzw. ein Entwicklungstrauma mit mir herumschleppe? Posttraumatische Belastungsstörung wird dies in der Fachsprache genannt. Auch andere schlimme Erlebnisse, die mit großer Angst, Hilflosigkeit, Schmerz und Schrecken verbunden waren, können eine PTBS hervorrufen. Betroffene Menschen durchleben bei einem nicht vearbeiteten Trauma das Erlebte immer wieder, als passiere es jetzt, in der selben Intensität. Ausgelöst werden diese sog. Flashbacks durch Geräusche, Gerüche, ähnliche Situationen, ähnliche Verhaltensweisen, ähnliche Menschen. Ein traumatisierter Mensch kann nicht erkennen, dass er heute sicher und eigentlich handlungsfähig ist. Er erlebt die selbe Angst und Hilflosigkeit. Er fühlt die selbe Verzweiflung, die Erstarrung, die Scham und die Unfähigkeit, sich mitzuteilen. Er kann nicht entspannen, hat Schlafstörungen, eine permanente Unruhe, ist hochgradig nervös und reizbar.

Die führt oft dazu, dass sich so ein Mensch immer mehr zurückzieht und Kontakte meidet. Man versteht sich ja selbst nicht, möchte andere nicht mit seinem eigenen Leiden auf die Nerven gehen, man fühlt sich auch sehr verletzlich. Durch das häufige Alleinsein kommt es dann zu Grübeleien, vielleicht zu noch mehr Angst, zu Traurigkeit, zu Depressionen.

Ja, die Elternschaft ist für viele Menschen eine erfüllende Aufgabe.

Für viele bedeutet diese neue Rolle jedoch eine große Herausforderung, weil die Kinder uns an das eigene Kind sein erinnern. Wir spüren, dass wir vielleicht etwas nicht bekommen haben, was unsere Kinder einfordern. Wir können nicht so reagieren, wie wir es gerne tun würden. Wir fühlen uns permanent angespannt und überfordert.

Sollten Sie diese Gefühlszustände an sich bemerken, könnten eigene unverarbeitete Themen dahinterstecken. Dies ist eine Chance für Sie! Ihre Kinder sind nicht das Problem – die Kinder sind die Spiegel der Erwachsenen.

Haben Sie den Mut, diese Chance zu ergreifen und sich in Therapiegesprächen Ihren Themen zu stellen. Dies ist anstrengend, aber es lohnt sich. Es ist ein Weg in ein freieres und selbstbestimmteres Leben, was auch Ihren Kindern und Enkeln zugute kommen wird!

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Mahatma Gandhi